Hörnbebauung: Auf Entwurf folgt Planung

Die anstehende Bebauung der Hörn ist Kiels größtes Bau­projekt. Am Ostufer sollen bis 2022 insgesamt 441 Miet- und Eigentumswohnungen entstehen. Ein wichtiger Meilenstein war die Entwicklung der Entwürfe zwischen Sommer 2018 und Frühjahr 2019.

Das Besondere: ihre Entstehung im Rahmen eines dreistufigen Workshops. Derzeit befindet sich das Projekt in der Planungsphase.

auftraggebende „Projektgesellschaft Hörnbebauung“ einen ungewöhnlichen Weg gegangen. Die neun Gesellschafter, darunter das GWU Eckernförde, haben zur Entscheidungsfindung eine Jury eingesetzt, bestehend aus Vertretern der Gesellschafter, der Landeshauptstadt sowie aus Sachverständigen für Städtebau. Für unser Unternehmen saß GWU-Vorstandsvorsitzender Dr. Stephan Seliger im Auswahlkomitee, das die Entwicklung der Entwürfe aktiv mitgestaltete – in enger Zusammenarbeit mit den teilnehmenden Architekten.

Ausgleich aller Interessen

Ein Dialog zwischen Investoren, Stadt und Architekten über die Ausgestaltung eines Neubauvorhabens ist in dieser Intensität ungewöhnlich. Im Normalfall schreiben Bauherren ein Projekt im Rahmen eines Architektenwettbewerbs aus und entscheiden sich für einen Entwurf – große Veränderungen sind anschließend nicht mehr möglich. Das kooperative Vorgehen in diesem Fall ist vor allem der exponierten Lage des Areals geschuldet: Die Stadt Kiel hat großes Interesse daran, dass sich das entstehende Quartier städtebaulich in das Gesamtpanorama der Landeshauptstadt einfügt – vor allem in die prominente Ansicht der Wasserkante. Bauherren hingegen rücken naturgemäß die Wirtschaftlichkeit eines Projekts in den Mittelpunkt. Dank des kooperativen Verfahrens und der Moderation durch die Sachverständigen war sichergestellt, dass alle Interessen gleichrangig behandelt und berücksichtigt werden.

Dreistufiges Auswahlverfahren

Das Auswahlverfahren war als dreistufiger Workshop angelegt und dauerte von Sommer 2018 bis Frühjahr 2019. Im Vorfeld hatte die Jury die drei Baufelder zwecks besserer Differenzierung in sieben kleinere Bereiche eingeteilt. Die Auswahl des besten Entwurfs je Bereich, vor allem vor dem Hintergrund städtebaulicher Überlegungen, erfolgte in der ersten Phase. Zudem wurden für jeden Siegerentwurf zwei Architekturbüros ausgewählt, die diesen unter Berücksichtigung der Anmerkungen der Jury weiterentwickeln sollten.

Die Ergebnisse waren Diskussionsgegenstand der zweiten, hochbaulichen Phase: Hier bestimmte die Jury ein Siegerbüro je Entwurfsbereich und äußerte gestalterische und nutzerspezifische Änderungswünsche. In der dritten Phase schließlich prüfte das Komitee, inwieweit die Anmerkungen aus Phase 2 umgesetzt wurden, und beschloss die finalen Entwürfe. Diese bildeten die Grundlage für die nächsten Schritte: die Planungs- und Bauantragsphase.

Planungsphase seit Mai 2019

Im Anschluss an den erfolgreichen Workshop ging es für die Architekten ppp aus Lübeck und bbp aus Kiel zusammen mit den Fachplanern zunächst an die Entwurfsplanung, die innerhalb kürzester Zeit erfolgreich zum Abschluss gebracht wurde. Bereits am 5. Juli 2019 konnten wir einen vorzeitigen Bauantrag zur Errichtung der Tiefgarage auf Baufeld XII einreichen. Bei Genehmigung werden wir vorzeitig mit den Arbeiten an der Baugruppe starten können. Derzeit erstellen wir die Genehmigungsplanung für unser Gebäude; diese umfasst die finale Grundrissgestaltung sowie die Konzepte zur Fassade und zur Haustechnik. Die Abgabe des Gesamtbauantrags ist für den Spätherbst 2019 geplant. Verläuft alles nach Plan, können wir Ende Oktober 2019 mit den Tiefbauarbeiten an der Hörn beginnen. Der Startschuss für die Hochbaumaßnahmen ist für Mai 2020 avisiert.

GWU-Wohnungen an der Hörn

Insgesamt entstehen an der Hörn 441 Wohneinheiten, die Hälfte davon zur Miete. Hinzu kommen Wohngruppen, auch für Menschen mit Behinderung. Nach Abschluss der Bauarbeiten bieten wir insgesamt 60 neue Wohnungen für unsere Mitglieder. Der überwiegende Teil wird öffentlich gefördert und steht als bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung, der Rest ist frei finanziert. Das GWU Eckernförde und die Wankendorfer Baugenossenschaft arbeiten bei diesem Bauvorhaben eng zusammen: Auf Baufeld XII errichten beide Unternehmen ein Haus gemeinsam und je eins in Eigenregie.