Neue Sozialmanagerin beim GWU Eckernförde

Offenes Ohr für Mieter*innen

Soziales Engagement und gegenseitige Hilfe gehören zu den wichtigsten Werten einer Genossenschaft. Das GWU ist auf viele Arten aktiv, wenn es darum geht, Menschen zu unterstützen. Zum Beispiel, indem wir ein offenes Ohr für die Probleme unserer Mieter*innen haben, bevor es zu scheinbar aussichtslosen Situationen kommt. Persönliche Krisen, finanzielle Probleme, Konflikte mit den Nachbar*innen: Seit Mai 2021 bieten wir unseren Mieter*innen in schwierigen Lebensphasen kompetente und vertrauliche Beratung an. Denn auch bei uns passiert es, dass Menschen z. B. körperlich oder seelisch erkrankt sind – unbemerkt von Freund*innen, Familie oder Nachbar*innen. Umso wichtiger, dass sich dann jemand kümmert. So wie Annika Loose, unsere neue Sozialmanagerin.

Probleme frühzeitig erkennen

„Ein Erlebnis war absolut prägend für mich“, erinnert sich Sozialberaterin Annika Loose. Als sie eines Tages an der Tür eines Mieters klingelt, der sich trotz einer nötigen und berechtigten Kündigung wegen Mietrückstandes nicht zurückmeldet, öffnet ein junger, kräftiger Mann. „Wir haben gesprochen und schnell war klar: Dieser Herr war einfach nicht mehr in der Lage, seinen Alltag zu meistern. In der Wohnung stapelte sich die Post. Während des Gesprächs ist er unter Tränen zusammengebrochen.“ 

Depressionen und andere Schicksalsschläge können einen Menschen gnadenlos zu Boden werfen, unabhängig von Alter und körperlicher Verfassung. Auch finanzielle Schieflagen entwickeln sich oft unbemerkt und schnell. Häufig leben diese Mieter*innen irgendwann in unzumutbaren Zuständen oder stehen kurz vor dem Verlust der Wohnung. „Für mich war klar: In solchen Fällen müssen wir als Genossenschaft da sein, bevor es zu spät ist“, erklärt Annika Loose. Sie ergreift die Initiative, setzt sich dafür ein, dass für Mieter*innen in Notlagen eine Anlaufstelle geschaffen wird, und absolviert einen mehrmonatigen Lehrgang zur Sozialberaterin für Wohnungsunternehmen.

Vertrauliche Beratung mit Herzblut

„Jedes Mitglied kann sich an uns wenden“, betont Annika Loose. Bei den Gesprächen stehen zwei Dinge im Vordergrund: eine kompetente Beratung auf Grundlage des konkreten Sachverhalts – und die Tatsache, dass Fälle diskret und vertraulich behandelt werden. „Die Nachbarn erfahren selbstverständlich kein Wort und es erfolgt kein Eintrag in die Mieterakte“, versichert Annika Loose. 

Gemeinsam eine Lösung zu finden, darauf kommt es bei unserem Angebot an. Bei drohenden Zahlungsrückstanden etwa. Oder wenn es darum geht, welche gesetzlichen Hilfen und Gelder es gibt, wo und wie diese zu beantragen sind. Das Sozialmanagement stellt keinen Freifahrtschein bei finanziellen Problemen aus – aber es kann helfen, Konsequenzen wie Mahnungen oder Kündigung durch frühzeitige Schritte abzuwenden.

Icon einer seitlichen Ansicht einer Hand über der ein Herz schwebt
Frau Loose vom GWU sitzt an einer Hausmauer

Streit unter Nachbarn schwierig für Vermieter

Auch Konflikte unter Nachbar*innen gehören zu den wiederkehrenden Problemen. „Wir verstehen, dass das tägliche Zusammenleben auch Ärger mit sich bringt“, so Annika Loose. „Das Problem ist, dass wir als Vermieter nur handeln können, wenn vertragliche Vorschriften gebrochen werden. Es ist nicht so, dass wir nicht reagieren wollen – oft haben wir keine rechtliche Handhabe.“ Doch auch hier setzt das GWU darauf, eine Lösung im Sinne aller zu finden. „Ein persönliches Gespräch kann dazu führen, die Sichtweise des anderen besser zu verstehen und Konflikte zu entschärfen.“

Gemeinsam eine Lösung finden

Warum es sinnvoll ist, dass wir eine Sozialberatung anbieten und nicht etwa auf externe Dienste verweisen? „Als Vermieter haben wir einen besseren Überblick und sind nah an den Menschen“, erklärt Annika Loose. „Dazu kommt, dass wir viele mietspezifische Probleme kennen. So können wir frühzeitig einschreiten und Lösungen entwickeln.“ Dass es viel Mut erfordert, seine Probleme zu äußern und sich Hilfe zu suchen, weiß Annika Loose. „Ich kann nur jede*n ermutigen, sich so früh wie möglich an das Sozialmanagement zu wenden. Wenn sich eine Person kooperativ zeigt, dann findet sich in der Regel auch eine Lösung.“

So erreichen Sie das Sozialmanagement

Wünschen Sie eine kostenlose und vertrauliche Beratung? Nur Mut: Schreiben Sie eine Mail an sozialmanagement@gwu-eck.de oder melden Sie sich telefonisch unter 0 43 51 75 75-0!