AWO übernimmt die Wohngruppe im Noorblick

In Kürze wird die AWO Pflege S-H gGmbH in Eckernförde die Wohngruppe im Noorblick offiziell übernehmen. Ansprechpartnerin für Interessenten und Bewohner der Gruppe ist Claudia Königsberger, die seit 2018 das AWO Servicehaus und den ambulanten Pflegedienst in Eckernförde leitet. Spricht man mit ihr merkt man schnell, dass ihr das Thema selbst­bestimmtes und inklusives Wohnen besonders am Herzen liegt. ​​​​​​

„Alle Beteiligten von Beginn an mit ins Boot holen“

Die AWO betreut in Eckernförde schon seit 26 Jahren das Servicehaus in der Reeperbahn, ein Wohnprojekt, das grundsätzlich aber eher ältere Personen mit Unterstützungsbedarf anspricht. Hier konnte die AWO im Laufe der Jahre wertvolle Erfahrungen mit der Kombination aus eigenständigem Wohnen in einer selbstgemieteten Wohnung und ambulanter Pflege sammeln. In einer Wohngruppe sind darüber hinaus neben den Bedarfen des Einzelnen auch das Zusammenspiel der Bewohnerinnen und Bewohner im Ganzen zu berücksichtigen, wenn inklusives Wohnen gelingen soll.

In der Wohngruppe im Noorblick sollen vor allem jüngere Menschen mit körperlichen Beeinträchti­gungen ein Zuhause finden. Jeder mit eigenem Rückzugsraum und dennoch in Gemeinschaft. „Der Bedarf hierfür ist da“, erzählt Frau Königsberger. „Dafür braucht es aber Zeit. Die Vergabe der Plätze ist aufwendiger und unterscheidet sich deutlich von einem normalen Vermietungsprozess.“

Am Anfang ging es Frau Königsberger im Noorblick zunächst um die Sicherung und den Verbleib der bestehenden Bewohner an Ort und Stelle. „Wir haben als erstes ausführliche Gespräche mit den verbliebenen Bewohnern geführt.

Für unsere jetzige Arbeit und die Weiterentwicklung des Konzeptes war es entscheidend alle Beteiligten von Beginn an mit ins Boot zu holen“, erklärt Frau Königsberger. „Wir wollten wissen, was gut läuft, was bleiben soll und natürlich auch, was wir ändern müssen. Es ist uns wichtig, dass wieder mehr Leben ins Haus kommt. Allerdings ist es ein langsamer Prozess, den wir sehr behutsam begleiten. Die Bewohner sollen und müssen harmonieren. Wenn man in einer Gemeinschaft lebt, muss die Gruppe passen, ansonsten kommt zu viel Unruhe hinein. Der Erfolg einer Wohngruppe steht und fällt mit den beteiligten Bewohnern.“

Auch die Interessenten haben viele Fragen. Der Beratungsbedarf bei den Besichtigungen ist hoch. Die Besichtigung der Wohnungen erfolgt daher immer nach individueller Absprache und im Einzelgespräch, um allen Fragen gerecht zu werden. „Die ersten Gespräche laufen bereits und wir sind zuversichtlich, dass wir bald neue Mitbewohner in der Wohngruppe begrüßen können,“ freut sich Frau Königsberger.

Die Aktivitäten und die Hilfe vor Ort sind sehr individuell auf die Bedürfnisse der einzelnen Bewohner abgestimmt, so wird die Gruppe derzeit an sieben Tagen in der Woche zu unterschiedlichen Zeiten von Betreuern begleitet, um jedem Bewohner die Hilfe zu geben, die sie/er benötigt. Weitere Angebote und Aktivitäten werden hinzukommen, sobald die Gruppe sich vergrößert. Vieles wird dann in Kooperation mit allen Beteiligten (Bewohnern, Angehörigen/Betreuern, Leistungsträgern und weiteren Unterstützern wie z. B. Ehrenamtlichen) wachsen – das zeigt die Erfahrung aus anderen Projekten, getreu dem AWO-Motto „… zuerst kommt der Mensch“.